Archiv und Presse

Pressestimmen, Analysen und Darstellungen zum Thema.





Kampf gegen Aids: Deutsche Erfahrung für Ärzte in Donezk


1. Dezember ist der Welt-Aids-Tag. Im Gebiet Donezk sind mehr als 33 000 Menschen mit dem HIV infiziert. Zum Vergleich: Im gesamten Deutschland sind es nur zweimal so viele. Bundesrepublik hilft bereits seit mehreren Jahren bei der Bewältigung von Aids in Donezk.
 
Die Partnerschaft zwischen dem Donezker Aids Zentrum und dem Vivantes Augusta Victoria Klinikum aus Berlin besteht seit fast 5 Jahren. Im Rahmen des Projekts finden regelmäßige Schulungen für medizinisches Personal, Ärzte der Aids-Vertrauenskabinette aus der Region sowie Hospitationen der Spezialisten aus Donezk in Deutschland statt.
 
Die deutschen Partner haben auch bei der Ausrüstung des Zentrums mit Computers geholfen, so dass die Mitarbeiter im telematischen System „Telemedizina“ arbeiten und online von Kollegen aus dem Ausland beraten werden können.

 
Erfolgreiche Zusammenarbeit
 
"Wir, die Ärzte in der Ukraine, hatten immer viele wissenschaftliche Anleitungen, basiert auf den Empfehlungen der WHO, und die zahlreichen Anweisungen des Gesundheitsministeriums zur Verfügung, aber in praktischer Hinsicht waren wir vor unserer Zusammenarbeit mit den Deutschen wie „blinde Kätzchen ", sagt der Infektiologie-Arzt Konstantin Solodenko gegenüber der Deutschen Welle. Noch vor zwei Jahren hat man bei uns Patienten in den Fällen verloren, bei welchen jetzt unsere Ärzte wissen, wie man sie retten kann, und wir haben in dieser Hinsicht bedeutende Ergebnisse erzielt.
 
Laut Doktor Solodenko hilft die Zusammenarbeit sowohl die Krankheit zu bekämpfen als auch die Arbeitsatmosphäre im Team zu verbessern. Denn bei den deutschen Kollegen kann und muss man lernen, wie man etwa ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Arzt und dem Patienten aufbaut und wie man eine freundliche Atmosphäre für Patienten und für medizinisches Personal schafft, sagte der Arzt.

 
Nur wenig Initiative bei den ukrainischen Beamten

Die Zusammenarbeit zwischen den Medizinern in Donezk und Berlin wird von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit GTZ unterstützt. Aber auch wenn die Finanzierung dieses Projektes aus Deutschland eingeschränkt werden soll, sind unsere unmittelbaren Partner in Berlin bereit, die Zusammenarbeit fortzusetzen, betonte der Arzt.
 
Solodenko fügte hinzu, dass nur zu wenig Initiative und Unterstützung von den Beamten der medizinischen Behörden sowohl in der Region als auch allgemein in der Ukraine kommt.

 
Autorin: Karina Oganessjan
Redaktion: Roman Gontscharenko

Quelle:
http://www.dw-world.de





"Die Epidemie breitet sich ungebremst aus"


Ein Interview von Christiane Leidinger mit Karsten Hein auf ZEIT ONLINE

In keinem europäischen Land wächst die Zahl der HIV-Infizierten so rasch wie in der Ukraine. Der neue Film von Karsten Hein zeigt die Hintergründe.

ZEIT ONLINE: Herr Hein, Ihr Film So wollen wir nicht sterben - Aids in Odessa von 2004 war ihr erster Film über HIV/Aids in der Ukraine. Jetzt wird ihr Film Am Rande auf ARTE gezeigt. Zwei Dokumentationen über dasselbe Thema, warum? Karsten Hein: Inzwischen verbindet mich sehr viel mit der Ukraine. Die erste Begegnung vor fünf Jahren war erschütternd. Wir stolperten dort in die Lebenssituationen der Drogenabhängigen, der Aids- und Tuberkulose-Kranken. In Odessa spricht man von den Abfällen der Gesellschaft! Der erste Film basierte auf unserem Schock über die Zustände. Im zweiten wollte ich zeigen, womit wir es eigentlich zu tun haben.

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www.zeit.de





rbb Fernsehen "Alleingelassen - Aids-Kinder in der Ukraine"


14.01.09 22:05
Ein Film über ein Problem, das nicht nur die östlichen Nachbarn betrifft. Inge Banczyk, Krankenschwester aus Berlin, wird auf einer Reise in die Ukraine mit der Kamera begleitet.

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www.aids-ukraine.com





"Es ist egal, woran ich sterbe"


Welt-Aids-Tag: Nirgendwo in Europa ist es so schlimm wie in der Ukraine. Fast eine halbe Million Menschen dort sind HIV-positiv - weil der Staat zu wenig tut, sind NGOs aktiv.

Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung von Matthias Kolb, Donetsk

Es ist ein fast magisches Ritual. Sieben Augenpaare richten sich auf Kolja: Der magere Mann mit der riesigen Brille zerdrückt ein paar Ecstasypillen mit einer Flasche, füllt das Pulver in eine Spritze und mischt es mit Spiritus. Danach tröpfelt er die Flüssigkeit auf einen Teller, den er vorher mit einem Fetzen geputzt hat, und zündet sie an. Kolja bereitet Vint zu, jene in Osteuropa beliebte billige Droge aus Amphetaminen. Oft benutzen mehrere Süchtige die gleiche Spritze und infizieren sich so mit HIV.

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www.sueddeutsche.de





Ein Land schweigt sich tot


In der Ukraine ist Aids zur Epidemie geworden, doch die Krankheit gilt als Tabuthema und wird kaum bekämpft.

Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung von Cathrin Kahlweit

"Ich wollte Menschen helfen, um die sich niemand kümmert", sagt Ludmilla Striga. Deshalb hat die Ärztin aus dem ukrainischen Donezk, die früher in einem ganz normalen Krankenhaus gearbeitet hat, einen Schritt gewagt, der ihr viel Misstrauen und Ungläubigkeit eingebracht hat bei Freunden wie Kollegen: Sie arbeitet seit einigen Jahren in einer Aidsklinik. Dazu gehört Mut in der Ukraine, wo Aidskranke etwa so stigmatisiert sind wie Teufelsanbeter im Vatikan, wo viele Krankenhäuser HIV-Infizierten schlicht die Behandlung verweigern, wo Infizierte gewöhnlich verschweigen, dass sie den Virus in sich tragen, weil sie dann gesellschaftlich geächtet wären. Wo infizierte Straßenkinder nach dem Aidstest schon mal wieder auf die Straße zurückgeschickt werden, weil sich niemand um Jugendliche kümmern will, die sowieso bald sterben. Und wo die meisten Ukrainer ohnehin nicht wissen, ob sie sich angesteckt haben. Denn kaum jemand lässt sich auf Verdacht testen. Aids ist tabu.

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www.sueddeutsche.de





"Hier sind fast eine halbe Million Menschen HIV-positiv"


Ein Interview mit Karsten Hein, geführt von Matthias Kolb auf www.jetzt.de

In keinem Land Europas ist HIV/Aids so verbreitet wie in der Ukraine. Der Regisseur Karsten Hein zeigt in seinem Film "Am Rande", der am Montag auf Arte läuft, die Hintergründe der Epidemie auf. Ein Interview

jetzt.de: Karsten, wieso hast du dich so lange mit dem Thema AIDS in der Ukraine beschäftigt?

Karsten Hein: Eine Freundin kam vor sechs Jahren aus der ukrainischen Hafenstadt Odessa zurück und war völlig schockiert darüber, wie dort mit Aids umgegangen wird und wie die Infizierten behandelt werden. Also habe ich 2003 in Odessa den Dokumentarfilm "So wollen wir nicht sterben" gedreht, doch die Reaktionen in Deutschland waren gering. Wir haben dann eigene Hilfsprojekte gestartet, aber mir wurde klar, dass man mehr über die Hintergründe der Epidemie in der Ukraine informieren muss. Wir sprechen hier über ein Land, in dem ein Prozent der Bevölkerung HIV-positiv ist - fast eine halbe Million Menschen - und das man von Deutschland aus mit dem Flugzeug in zwei Stunden besuchen kann.

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jetzt.sueddeutsche.de